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Grillen 2021

 

Unser “Rasender Reporter” Wolfgang Kunz hat mir seinen Bericht für das
Garm.-Partenkirchner Tagblatt zur Verfügung gestellt

 

Mittenwald – Am 27. Juli 1984 wurde die „Truppenkameradschaft(TruKa)Gebirgsjägerbataillon 234“ unter Vorsitz des damaligen Kommandeurs, Oberstleutnant (OTL)Wolfgang Minderjahn gegründet. Im Mai 2021 wurde die  Kameradschaft nach 37 Jahren offiziell aufgelöst.  Auf einer gemeinsamen Grillfeier im September auf der Standort-Schießanlage begründete Vorsitzender Otto Lang den über 60 zum letzten Treffen gekommenen Kameraden die von der Vorstandschaft getroffene Entscheidung. „Das Bataillon 234 wurde 1992 aufgelöst und unsere Kameradschaft durch den Zusatz >ehemaliges Bataillon 234< erweitert“, führte Lang auf, „daneben ist das Interesse gesunken und es fehlt am jungen Nachwuchs“. Auch für die immer älter werdende Vorstandschaft fand sich kein adäquater Ersatz. „Vier unserer neun Kameraden sind zwischen 80 und 84 Jahre alt“, nannte Lang weitere Gründe, „dabei ist es nicht alleine das hohe Alter, sondern die angeschlagene Gesundheit, die ein Weitermachen verbietet“. Als letzte Amtshandlung lobte er die Bundeswehr, seine Vorstandschaft und den aus Augsburg gekommenen Ehrenvorsitzenden Gerhard Wolf für deren  Unterstützung. Seinen Stellvertreter Peter Lausmann und Schatzmeister Klaus Höhn würdigte er mit der Überreichung der Kameradschafts-Ehrenmedaille. 

Von der Auflösung der „TruKa“ betroffen wurde auch der 1984 im Stabsgebäude der jetzigen Karwendel-Kaserne eingerichtete und 1999 ins Gebäude 17 verlegte Traditionsraum. Schatzmeister Klaus Höhn als Chronist und Web-Master sorgte mit Hartmut Wittmann als Betreuer der Ausstellungsstücke dafür, dass die Stiftung „Deutsche Gebirgstruppe“ im Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt gemäß der Satzung den ersten Zugriff auf erhaltenswerte Exponate erhielt. „Die restlichen Stücke“, so Wittmann, „konnten auf unserem Grillfest gegen eine Spende erworben werden“. Der seit 1997 als Schatzmeister und mittlerweile auch als Chronist und Webmaster fungierende Höhn teilte den Mitgliedern mit, „dass dieser Erlös und das auf dem Konto liegende Geld satzungsgemäß dem Soldaten-Hilfswerk gespendet wird“.

Für die teilweise weit angereisten Mitglieder war dieses Grillfest eine echte Abschiedsveranstaltung.

„Diesen Termin habe ich mir extra freigehalten“, meinte der Ex-Stabsunteroffizier der 4./222 und jetzige Schwertransport-Unternehmer Ulrich Schaible(65) aus Rastatt, „kameradschaftlich war es einfach eine gigantische Zeit“. Aus Langenzenn/ Mittelfranken gekommen war OTL der Reserve Lothar Amm. „Ich war von 1981 bis 1984 in Mittenwald und dieses Treffen weckt Erinnerungen an die besten Freunde meines Lebens“. Von 1979 bis 1981 war Reinhard Strott aus Erkenbrechtsweiler als Stabsunteroffizier in der vierten Kompanie als Kfz-Staffelführer eingesetzt. „In den letzten acht Jahren habe ich jedes Treffen besucht“, sagt der 65-Jährige mit, „ich hatte tolle Vorgesetzte, die nicht gebrüllt und kommandiert haben“.

Die mit über 500 Kilometern weiteste Anreise hatte Sepp Spannagl aus Schlüchtern/Hessen auf sich genommen. Der ehemalige „Spieß“ der 5. Kompanie war zum 23. Mal mit dem Auto gekommen. „Ich habe von 1957 bis 1991 in meiner zweiten Heimat Mittenwald gewohnt und die besuche ich jedes Jahr“, verriet der 83-Jährige, „zu meiner Freude habe ich beim Verkauf der letzten Exponate eine Schießscheibe ergattert, die ich Ende der 1980’er Jahre gewonnen habe“.

Dass die Truka nicht ganz in der Versenkung verschwindet, dafür sorgten am Ende sechs Ehemalige der 3. Kompanie. „Wenigstens die von unserem Chronisten Höhn angelegte Web-Seite sollte weiter im Netz bleiben“, schlug das Sextett vor und sammelte in zehn Minuten 420 Euro ein. „Jetzt kann ich die Homepage bis zum 31. Dezember 2024 weiter pflegen“, freute sich Höhn, „und damit sind wir nicht ganz von der Bildfläche verschwunden“. Organisiert hat Höhn zudem, dass sich die Kameraden jeden ersten Mittwoch im Monat um 9 Uhr im Unteroffizierheim in der Edelweißkaserne treffen können.

                              Text: Wolfgang K u n z

 

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