234 + Text

1870

Zugleich mit der Gründung der TruKa wurde im Stabsbereich ein Traditionsraum durch den 1. Kdr des Bataillons, OTL a.D. Dr. Klebe; sowie dem 1. Vorsitzenden der TruKa, OTL a.D. Bauer, dem RegAmtm a.D. Heimbach (er war der persönliche Bergführer des Gen d. GebTr Ludwig Kübler, dem Ex-Namensgeber der Kaserne!) und dem amtierenden Btl Kdr  OTL Minderjahn, eröffnet.

1989 erfolgte ein Umzug in neue Räumlichkeiten, da durch Umgliederung der 1. Kp die Geschäftszimmer in das Gebäude 2 verlegt wurden. Auch die TrVerw wechselte ins Obergeschoss des Stabsgebäudes. Jetzt konnten im Erdgeschoss die freigewordenen Räume zur Neugestaltung des TradRaum genutzt werden. Jede Kp hatte nun einen eigenen Raum zur freien Gestaltung.

1991 bekam das Bataillon mit OTL Glagow einen neuen Kdr und der hatte prompt andere Vorstellungen von der Aufteilung der Räume im Stabsgebäude. Wir mussten den TradRaum auflösen und konnten die Exponate nur noch auf dem Dachboden lagern in der Hoffnung, dass es irgendwann eine andere Lösung geben würde.

1999 übernahm der OTL Günter Görsch als Kdr die Geb u. Wikpf Schule. Durch ihn wurde der TruKa ein neuer Raum im Gebäude 17 zugewiesen. Mit viel Schwung und Elan und mit Unterstützung des OFw d.R. Sepp Wörnle, dem HptFw Hermann Glatz, der eine Schreiner, der andere Zimmermann und dem ehem. Mulischmied StFw a.D. Kuno Arnecke wurden die Pläne zur Neugestaltung des TradRaum verwirklicht. Die “Holzwürmer” waren für die Schreiner- und Zimmererarbeiten zuständig, der Kunst-Schmied fertigte neue Halterungen für die Zwischenwände und gestaltete mit geschmiedeten Schriftzügen der alten Namen des Bataillons, den Eingangsbereich neu.

Die Arbeiten gingen so gut voran, dass wir zur Mitgliederversammlung im Jahre 2000 den TradRaum offiziell eröffnen konnten. Seither wird fleißig weiter gewerkelt und unser Raum ist bei “Tagen der Offenen Tür” im StO Mittenwald ein fester Bestandteil des Veranstaltungsprogramms. Der Besucherstrom an solchen Tagen ist enorm und die eingeteilten Aufsichten haben alle Hände voll zu tun, dass nicht wieder irgendwelche “Stinkstiefel” Exponate als Souvenirs mitgehen lassen.
 
So mussten wir in der Vergangenheit die bittere Erfahrung machen, dass sich Zeitgenossen aus den ausgelegten Chroniken bedient hatten. Die entwendeten Blätter sind für uns unwiederbringlich verloren. Als Konsequenz daraus haben wir für die wertvollsten Ausstellungstücke den Trophäenschrank mit Sicherheitsglas und Schloss ergänzt und für die Chroniken einen Stahlschrank zur sicheren Aufbewahrung angeschafft.

Wer in Zukunft aus den Chroniken Auszüge benötigt, kann diese nur noch unter Aufsicht auswählen, es werden dann die geforderten Kopien angefertigt. Wer zu Hause noch Erinnerungsstücke, insbesondere aus der Anfangszeit des Bataillons hat und nicht weiß, wer diese einmal erben soll, möge sie dem TradRaum stiften! Dort sind alle Exponate der Öffentlichkeit zugänglich und legen ein Zeugnis ab von unserem Bataillon, das als eine der Wiegen der Gebirgstruppe der Bundeswehr so sang- und klanglos aus den Annalen der Bundeswehr gestrichen wurde. Damit unser Bataillon nicht ganz in Vergessenheit gerät, ist die Hege und Pflege unseres TradRaum Anliegen der jeweiligen Vorstandschaft.

Im Jahre 2006 beginnend, wurde die digitale Erfassung der Btl-Chronik durch den OSF a.D. Höhn vorangetrieben. Mit Unterstützung unseres Mitglieds Flori Schneider, der die technischen Geräte zur Verfügung stellte, liegt die Btl-Chronik nunmehr auf DVD gesichert vor. Die Chroniken der Kompanien werden in einem nächsten Arbeitsschritt folgen. Im Herbst 2007 hat der StUffz d.R. Letfuß alle Chroniken in neue, dokumentenechte Prospekthüllen eingeordnet. Für diese riesige Arbeit an dieser Stelle noch einmal ein herzliches “Vergelt’s Gott”.

Das Jahr 2008 stand dann ganz für die Inventur und Bestandserfassung nach den Richtlinien des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes und des Militär Historischen Museums Dresden. Wir hatten im November 2007 einen Fachmann vom MilHistoMus aus Dresden bei uns, der den TradRaum einer Begutachtung und vorläufigen Bewertung unterzogen hat. Wir haben von ihm einen Maßnahmenkatalog bekommen, was und wie getan werden muss, damit unser Trad-Raum in absehbarer Zeit im Bestand gesichert ist. Die Inventur- und Katalogiesierungsarbeiten zogen sich vom II. Quartal 2008 bis Ende des Jahres 2009 hin und sind nun weitgehendst abgeschlossen. In einem nächsten Schritt werden die im Büro gelagerten Gegenstände auf ihre Repräsentationsfähigkeit zu prüfen sein und dann im TradRaum zur Ausstellung kommen.

Einen ersten Überblick für alle, die noch keine Gelegenheit hatten den TradRaum zu besichtigen, dienen die Bilder über die einzelnen Bereiche, die von den Kompanien gestaltet wurden. Ein Besuch ist jederzeit möglich, nehmen Sie Verbindung mit einem Vorstandsmitglied auf oder empfangen Sie den Schlüssel an der Wache Karwendel - Kaserne!

222

Kp Wappen 1-5